Seit die Uferlinie am Zürichsee nach diversen Aufschüttungen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren heutigen Verlauf bekommen hat, ist es erklärtes Ziel der Kantonsregierung, das Seeufer öffentlich zugänglich zu machen und einen durchgängigen Uferweg zu realisieren. Seit 1988 ist entlang dem linken Seeufer für dieses Vorhaben auch eine Baulinie zur Sicherung des nötigen Landes rechtskräftig festgesetzt. Am rechten Seeufer geschah noch nicht einmal dies, obwohl seit dem 10. Dezember 1951 (Motion 765 Walter Brunner, Zürich) immer wieder parlamentarische Vorstösse mit der Forderung nach Bau des Seeuferweges überwiesen worden sind.
Auf parlamentarischem Weg scheint dem Projekt also nicht wirksam Vorschub geleistet werden zu können. Und in der Regierung fehlt es ganz offenkundig am nötigen Willen.
Darum haben sich die SP-Bezirksparteien Horgen und Meilen in Zusammenarbeit mit den Stadtzürcher SP-Sektionen 1&2 und 7&8 entschlossen, durch das Volk eine Kreditvorlage bei der Regierung einzufordern. Nach Prüfung verschiedener Varianten (Verfassungsinitiative, Initiative auf Ergänzung des Planungs- & Baugesetzes, u.a) und nach erfolgter Publikation des endgültigen Initiativtextes im kantonalen Amtsblatt freut sich das Initiativkomitee nun, mit dem heutigen Tag Start der Unterschriftensammlung bekannt zu geben.
Über die Sommermonate werden rund um das Seebecken des Zürichsees Unterschriften gesammelt. Dafür sind Standaktionen in allen Seeufergemeinden vorgesehen. Darüber hinaus werden unsere Sammelteams auch an Quartier- und Dorffesten anzutreffen sein, ebenso wie an Grossanlässen wie dem Zürifäscht.
Wir wollen aber mehr! Es ist nicht bloss Ziel, die nötigen 6'000 Unterschriften beizubringen. Es ist uns darüber hinaus ein Anliegen, auf den See als Erholungsgebiet für Gross und Klein hin zu weisen, und die Erholung Suchenden für einen respektvollen Umgang mit dem Naturraum Zürichsee zu sensibilisieren.
Der See gehört nicht nur einigen wenigen privilegierten Seeufer-Villenbesitzern.
Der See gehört aber auch nicht nur uns Menschen. Für Tiere und Pflanzen ist er schützenswerter Lebensraum.
Auch darauf soll hingewiesen werden. Und darauf soll beim Bau des Seeuferweges Rücksicht genommen werden. Aus Gründen des Schutzes von Flora und Fauna soll der Seeuferweg abschnittweise auch auf Stegbauten oder abgesetzt vom Ufer realisiert werden.
Unsere Anliegen bringen wir im Rahmen der Unterschriftensammlung in die Öffentlichkeit. Dafür planen wir eine ganze Reihe von Aktionen und Veranstaltungen. Den Anfang macht ein Zeichnungs-Wettbewerb, wo uns Kinder ihre Sicht des Sees zeigen sollen. Alle Zeichnungen werden auf unserer Internetplattform www.seeuferweg.ch präsentiert und die Gewinnenden mit Rundfahrten auf dem Zürichsee für sich und ihre Familien sowie durch eine ganze Reihe weiterer Preise belohnt.Ein weiteres Highlight wird am 21. August statt finden: Die Zürisee-Stafette.
Startend ab Stäfa und Richterswil, führt die Stafette in jede Seeufergemeinde. Läuferinnen, Skater, Radfahrerinnen, Walker, ... sind an den beiden Seeufer unterwegs und treffen sich im Zielgelände in Zürich. Aus allen Gemeinden – wo sich die Übergabepunkte befinden – bringen sie die bis dahin gesammelten Unterschriften in die Kantonshauptstadt um im Anschluss an die Stafette gemeinsam diesen offiziellen Sammeltag der Volksinitiative „Zürisee für alli“ feierlich zu beschliessen. Ob wir dann schon die 6'000er-Marke überschritten haben werden?