p.s.: Eine kritische Seeuferbegehung

Artikel im p.s.

Die Vereine Ja zum Seeufer- weg, «Ludi Quartier lebt» und die SP Thalwil luden kürzlich zur Seeuferbegehung in Thalwil. Ausgangspunkt war die Plattform des Ruderklubs am Wasser. Sie wird von Rüschlikon kommend mit einen Steg erschlossen, der seeseits am neuen Hotel Alex vorbei führt. Hier begrüsste der Architekt Michael Stünzi, Mitglied der Baukommission Thalwil und Vorstandsmitglied des Vereins Ja zum Seeuferweg, bei nasskaltem Wetter zwanzig wasserfeste Seeuferinteressierte. Gemeinsam nahm man sodann den öffentlichen Zugang ans Wasser kritisch unter die Lupe. Nach ein paar Fusswegminuten auf dem Seeuferweg Zwischenhalt bei einem unbeaufsichtigten Badeplatz: Die kleine familiäre Badi Ludretikon wurde aus Spargründen abgebaut, das Floss entfernt. Das hat die Bevölkerung nicht goutiert. Der junge Verein «Ludi Quartier lebt» kämpft nun mit Erfolg: Das Floss ist wieder da. Der Augenschein ergab, dass der Uferweg mit wenig Aufwand bis zum Gelände der Seglervereinigung weitergeführt werden könnte. Heute gehts auf dem Trottoir weiter: Rechterhand Parkplätze und Strasse, links versperren hohen Hecken die Seesicht. Erst bei der Schifflände öffnet sich der Blick wieder über den See.

Jonas Erni, Umweltingenieur, Mitglied der kantonsrätlichen Kommission für Planung und Bau und Stadtrat von Wädenswil, berichtet von seinem Engagement für den See als öffentlichem Raum. Er ist zuversichtlich, dass es mit den neuen Mehrheiten im Zürcher Rathaus nun vorwärts gehen wird. Die Schreibende, Präsidentin der Vereins Ja zum Seeuferweg, freut sich, dass der Seeuferweg in immer mehr Gemeinden zum Thema wird. Alt-Gemeinderat André Kaufmann führt durch die grosszügige Seean- lage Farb. Sie wurde möglich, weil die Ausbaupläne für die Seestrasse in den 70er-Jahren versenkt wurden. Nur eine Parzelle mit Bootshaus trennt die Farb von den Strandbädern Bürger II und Bürger I. Also wieder schmales Trottoir statt Seeuferweg. Angekommen im Strandbad, zeigt Michael Stünzi, was der Entlastungsstollen für die Sihl für Thalwil heisst. Im Gegenzug zur mehrjährigen Baustelle soll ein Steg bis weit in den See hinaus gebaut werden. Schön. Aber der Kauf der Parzelle mit Bootshaus für die lückenlose Fusswegverbindung von der Farb in die Badi wäre den Exkursionsteilnehmenden lieber gewesen. Was nicht ist, kann ja noch werden!

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